riesenhund

ich wache auf, weil jemand in mein zimmer kommt. es ist i. und ich sage, hey ohne anzuklopfen einfach reinstürmen geht aber nicht. i. sagt, sorry, aber der hund ist hier reingerannt. in diesem moment sehe ich unter meinem schreibtsich einen riesiegen roten hund sitzen. er springt auf und rennt zu mir herüber, ich liege auf meiner matratze und der hund stürzt sich wie in einem komischen spiel auf mich, er beiszt nicht. er springt einfach auf mich drauf und ich versuche mich gegen ihn zu stemmen, was aber nicht funktioniert, da ich in den träumen nie irgendwelche körperlichen kräfte habe oder gar antrieb spüre. rennen geht meistens nicht, obwohl ich oft rennen möchte. der hund drückt mich in mein bett und ich sage zu i., nimm den weg und i. entschuldigt sich, dass der hund, auf den hier irgendjemand aufpaszen musz und der für ein paar tage hier sein soll, der hier irgendwie hergehört, was ich aber nicht verstehe, in mein zimmer gestürmt sei und, wie plötzlich ganz klar wird, die tür auf so menschliche art und weise geöffnet hat, also mit der hand die klinke heruntergedrückt, von der leine los. später erzählt man mir, ich sei schlafgewandelt und hätte die tür offen stehen lassen.

busbahnhof

wir sind in neuruppin und f. ist da. die hauptstrasze ist noch in ihrem alten zustand, geteilt von den rabatten der albernen blumen, ein kleiner sonnen tag, irgendwo schreien leute oder musik läuft. die springbrunnen sind angestellt. wir sitzen auf einer bank und überlegen etwas, ich weisz nicht mehr was. f. und ich spazieren, entlang den brunnen liegen konfettireste auf dem boden. hier war eine party oder sowas, denken wir uns. als wir in die strasze, die zum busbahnhof führt, einbiegen, sehen wir einen pulk von menschen, die sich bewegen, im kreis. wie immer in dieser gegend – auch noch im traum – weisz man sofort, dass etwas nicht stimmen kann. wir kommen näher, denn unser weg führt uns an der sammlung vorbei und sehen, dasz ein mensch mit gitarre und langem haar in einer metallica-stimmlage irgendwelche lieder singt. die anwesenden finden das gut und uns fallen ihre karohemden auf. als es in diesem moment anfängt zu regnen, rennen wir hinüber zum busbahnhof und den kleinen unterständen. plötzlich finden wir es schade, nicht mehr zuhören zu können, obwohl in dem moment, eben, hat es uns nicht gefallen. ich drehe mich um, bleibe dabei stehen und sehe den pulk, wie bereits gerade eben, nur aus der anderen richtung, in der kreishaften stellung, die rücken eng geschloszen, schwankend. f. ist weg. ich gehe an den buswartehäuschen entlang, es regnet immer stärker und ich aber finde jedes haus, das als unterstand taugt, das also wie die meisten kein kaputtes dach hat, voll von menschen. und irgendwo ist f. dabei, der mich aber nicht erkennt. auf den bänken, auf denen auch leute sitzen, liegt sand. kies, handbreit. der boden wird schlammig, irgendein bus kommt, menschen steigen ein, die musik wird lauter, ich stehe alleine an der haltestelle, niemand ist mehr da, es wird plötzlich dunkel, so als würde ich fallen, nachhinten, kommt von rückwärts die dunkelheit und ich wache auf. mein wecker klingelt so früh. ich musz einen bus kriegen.

diktiergerät

endlich kommt der packetbote. er drückt mir einen beutel in die hand und ich denke, dass das ein ungewöhnlicher behälter ist für eine schachtel, aber in dem beutel, obwohl es von auszen so scheint, als wären zum beispiel weintrauben darin oder eine grosze schwere menge salat, ist die schachtel mit dem aufnahmegerät. auf der digitalanzeige steht dann für eine sekunde ein wort, das ich nicht lesen kann. ich schaltete das gerät wieder aus und wieder ein und das wort ist nicht mehr da, das macht mich stutzig und ich betrachtete die schachtel, auf der ich aber nichts erkennen kann, buchstaben usw. fehlen. das diktiergerät nimmt aber nicht auf, wie ich dann feststelle, ich probiere in meinem zimmer daran herum und wundere mich plötzlich über den pegel der gespräche vor meinem fenster. etwas perfektes zum mitschneiden, denke ich in diesem moment, obwohl vor meinem fenster sonst nie stimmen sind. also gehe ich zum vorhang und schiebe ihn beiseite und vor mir, zwar durch das glas von mir getrennt, so nah aber immernoch, dass ich mich sonderbar ernst erschrecke und bemerke, dass ich nur eine unterhose anhabe, sitzt eine jetzt grölende runde an einem plastiktisch. in diesem moment ist mir das peinlich und ich erinnere mich an die terrasse, die sie angebaut haben, ein flieszenspiegel in weisz, unterbrochen von den querlaufenden schwarzen fugen und also habe ich einen ziemlichen sprung gemacht: von meinem zimmer in der wohnung in das wohnzimmer meiner eltern in die mitte der neunziger jahre. meine tante oder irgendeine bekannte meiner eltern aus einer so schrägen kindheit sieht mich an, das ausnahmegerät in der hand, das in diesem moment anspringt, als ich sage: scheisze und an mir herab sehe. und ich bemerke den staubigen bezug des fensters und denke, vielleicht hat sie mich nicht erkannt. das telefon klingelt, ich gehe in die küche und bin froh, dass ich weg gehen kann und nehme ab, aber niemand ist zu hören und ich frage nach, mehrmals, wer dort sei und bemerke, dass obwohl ich abgenommen habe, das telefon weiter klingelt. ich wache auf. das telefon klingelt.

mineralwasser

heute nacht: ich erwache um halb zwei und liege in dem durchwühlten bett, mein kissen neben der matratze, die wasserflasche umgeworfen, eine feine lache auf den dielen. der bezug halb von der steppdecke getreten; anzeichen eines merkwürdigen bewegungstriebes in den schlafzerrenden gliedern. ich habe kopfschmerzen und mein mund ist irgendwie trocken und etwas taub. der traum: ich gehe im park unten an der ecke den kleinen weg am teich entlang, eine art wasser- oder seewesen greift von unten, von hinter der oberfläche wie hinter einer scheibe nach den seerosen und zieht sie hinab. die blätter knicken ein, die spannung der blätter bricht, ich kann das genau sehen. ich denke plötzlich, dass dieser komische gärtner nicht hier sein sollte, weil es sonntag ist und also keine arbeit zu erledigen, oder zumindest nicht bezahlt werden würde, oder zumindest irgendwo so ein caddy stehen müsste mit den tauschflaschen oder dem gerät für die baumkronen. in diesem moment greift das ding, das ich jetzt als eine alte freundin erkenne, nach meinem rechten bein, dem bein mit dem ich näher am rand gehe, zeitlupenlaufen. ich aber springe irgendwie weg, oder renne weg, oder reisze mich auf eine art und weise, die mir unerkannt ist weg und bemerke im rennen, dass ich in dem traum eigentlich auch über den teich laufen könnte, tue es, es klappt, ich bin auf der anderen seite, fast, rudere um schneller zu laufen, hinter mir ein geräusch und die flasche fällt wahrscheinlich in diesem moment drauszen um, weil ich im himmel, weit weg einen gewitterschlag vernehme oder ein streikendes, ein explodierendes flugzeug und im wasser einfach versinke, zeitlupensinken. tiefer dann, von unten, die decke des schweren, schlagenden wassers beiseite schiebend, mit den armen, kraftlos im gestrüpp der rosen und wie ich da irgendetwas versuche und einfach aufwache: so sehe ich mich. und ich liege einige zeit wach und wache, befühle mit den linken hand den wasserlaib neben mir auf den dielen, schlafe wieder ein, ganz leise knirscht mein atem im gehirn.